🛡️ SICHERHEIT AM NIEDERRHEIN

Studien & Dokumentationen

Ergebnisse von Studien, Analysen, Untersuchungsberichte, Dissertationen

Auswahl über vorhandene Gutachten, Risiko-Studien, Dissertationen etc.

Die zusammengestellten Amtliche Quellen zeigen, dass Hochwasserschutz, Bergbaufolgen, Grundwasserhaltung, kritische Infrastrukturen und grenzüberschreitende Verkehrswege am Niederrhein keine erst heute entstandenen Fragestellungen sind.


Über Jahrzehnte hinweg haben Behörden, Wissenschaft und Bürgerinitiativen Risiken untersucht
und Lösungsansätze entwickelt.

 

Dieses vorhandene Wissen sollte deshalb nicht in Vergessenheit geraten, sondern als Grundlage für heutige Entscheidungen zur langfristigen Sicherung des Lebensraums Niederrhein genutzt werden.

Extreme Abflüsse, nach KLIMA-Prognosen wahrscheinlicher denn je!

Standort: Rheinpromenade Stadt Wesel

VORSORGE, Die Hochwasserfibel  – Studie Grenzübeschreitende Hochwasserfolgen in NRW

Studie: Bewertung von Hochwasserfolgen

Rheinische Reflexionen: Ein Siegelbild von Erkenntnissen im Buchformat.

Warum sind die Rheinischen Reflexionen nicht in der Xantener Buchhandlung ausgestellt?

Ministeriumsbericht 2004: Erkenntnisse zum Extremhochwasser am Niederrhein

Das NRW-Umweltministerium informierte den Landtag im Oktober 2004 über die Ergebnisse der deutsch-niederländischen Studie „Grenzüberschreitende Auswirkungen von extremem Hochwasser am Niederrhein“ von 2004.

Die Untersuchung zeigte, dass im Rheineinzugsgebiet Niederschlagsereignisse auftreten können, bei denen das geltende Bemessungshochwasser deutlich überschritten wird. In einem solchen Extremfall könnten insbesondere am Oberrhein und am südlichen Niederrhein Deiche überströmt werden oder versagen. Durch dadurch entstehende Überflutungen würde der Hochwasserscheitel flussabwärts allerdings reduziert.

Für den nördlichen Niederrhein wurde angenommen, dass ein Abfluss von bis zu etwa 16.000 m³/s am Pegel Lobith beherrscht werden könne – ausdrücklich jedoch nur unter der Voraussetzung, dass kein Deichversagen eintritt. Gleichzeitig stellte das Ministerium fest, dass dabei das vorhandene Freibord in erheblichem Umfang beansprucht würde.

Die Studie untersuchte außerdem, welche Gebiete bei einem Deichversagen zuerst überflutet würden, wie sich die Überflutungen ausbreiteten und welche Straßen und Fluchtwege noch nutzbar blieben. Rückhaltemaßnahmen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden könnten den Wasserstand im Grenzraum und bei Bislich/Lohrwardt um bis zu rund 40 Zentimeter senken.

Aus den Erkenntnissen leitete das Land jedoch keine generelle Erhöhung der Rheindeiche ab. Stattdessen sollte den sehr seltenen Extremereignissen durch eine zielgerichtete und differenzierte Hochwassermanagementplanung begegnet werden.

Damit dokumentiert das Schreiben bereits 2004 zweierlei: Die Möglichkeit einer erheblichen Überschreitung des Bemessungshochwassers und die Folgen eines Deichversagens waren bekannt. Als Konsequenz wurde jedoch nicht ein flächendeckend höherer baulicher Schutz, sondern vor allem Vorsorge- und Hochwassermanagement vorgesehen.

Original: MUNLV-24.10.04-Abschlussbericht

Kernsätze aus der Studie, die Handlungszwänge erforderlich machen:

A) „Im heutigen Zustand kommt es bei den untersuchten extremen Hochwässern am Niederrhein ab einem Abflussbereich zwischen 11.000 bis 16.000 m3/s zu großräumigen Überflutungen. Hierbei ist der südliche Niederrhein (Bonn bis Dormagen) zuerst betroffen. Mit zunehmender Höhe des Hochwasserscheitels wird auch der mittlere Teil (Düsseldorf-Ruhrmündung überflutet.“ (Kap. 12.1)

B) „Bei Überflutungen finden hiter den deichen rheinparallele Strömungen statt. Dadurch können auch Gebiete überflutet werden, die eigentlich durch Hochwasserschutz-Einrichtungen mit höheren Schutzniveau geschützt sind.“ (Kap. 12.1)

C) „Ab Krefeld wird beim Extremhochwasser (ab 13.000 m3/s) linksrheinisch das gesammte durch Berg-Senkung betroffene Gebiet bis nach Xanten durch Überflutungen heimgesicht.“ (Kap. 9.3)

D) „Aussagen, in wie weit sch die prognostizierte Klimaveränderung auf die extremen Abflüsse im Rheineinzugsgebiet auswirken,lassen sich zur Zeit nur qualitativ treffen.Allgemein wird jedoch davon ausgegangen, dass extreme Hochwasser sowohl in der Abflusshöhe als auch in ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit in Zukunft zunehmen werden.“ (Kap. 12.1)

Graphik: Hydrologisches Längsprofil des Rheins

Pegeltabelle vom Rhein in NRW. Besonderheit hier:

Angabe des 0-Pegels und der Wasserspiegelhöhe in Meter über NN

Studien-Prognose (Bezug Rheinablauf >11.000 m3/s) und Retensionsräume

Studien-Prognose durch Rheinhochwasser betroffene Bewohner

Wasser kennt keine politischen Grenzen – Vorsorge muss weit vorausdenken

Hirngespinst oder langfristige Herausforderung? Die Geschichte der Erde zeigt, dass Meeresspiegel und Küstenlinien keineswegs unveränderlich sind. Der heutige Klimawandel rückt Veränderungen jedoch in Zeiträume, auf die sich Gesellschaft, Raumplanung und Infrastruktur frühzeitig einstellen müssen.

Für die europäischen Tiefländer und besonders für den Niederrhein gewinnt diese Frage zusätzliche Bedeutung. Wo Bergbau den natürlichen Lebensraum dauerhaft abgesenkt und vom Schutz durch Deiche, Entwässerung und technische Systeme abhängig gemacht hat, können steigende Meeresspiegel, Rückstau in den Flüssen und extreme Wasserstände langfristig neue Risiken schaffen.

Die Grafik will deshalb weniger eine Jahreszahl vorhersagen als eine grundsätzliche Frage stellen: Wie sichern wir Lebensräume, die schon heute nur durch dauerhafte technische Vorsorge geschützt werden können, für kommende Generationen? Denn langfristige Veränderungen beginnen nicht erst dann, wenn das Wasser kommt – Vorsorge beginnt mit dem rechtzeitigen Erkennen der Entwicklung.

Meereswasser-Anstieg UNI Bremen

Prognose: Auswirkung des Meerwasseranstiegs -durch Landnahme – in Westeuropa

Prof. Dr. Andreas Schumann, Uni Bochum: „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser“ Rubin 2004 RUBIN-beitrag5

Bypass am Niederrhein: Antwort von Prof. Dr. Andreas Schumann Bypass am Niederrhein

Teilbericht extreme Hochwasserlagen Teilbericht extr. HW-Lagen

Einleitung zur Dissertationsschrift von Dr. Lina Schröder- Der Rhein-Maas-Schelde-Kanal (Anstoß für Planungen nach dem Ende der Braunkohle-Gewinnung im Rheinischen Revier)

 

 

Wissenschaftliche Unterstützung für eine fast vergessene Verkehrsvision

Am 19. April 2016 führte unser Weg an die Universität Duisburg-Essen. Im Zusammenhang mit unserem HWS-Antrag zum Bundesverkehrswegeplan 2030 suchten wir fachliche Unterstützung für die Idee eines Teilstromkanals Niederrhein–Maas–Schelde – einer leistungsfähigen Wasserstraßenverbindung zwischen dem Niederrhein und den westlichen Seehäfen.

Ein besonderer Zufall erwies sich als Glücksfall: Frau Schröder beschäftigte sich in ihrer Dissertation gerade mit den historischen Planungen einer solchen Wasserstraßenverbindung von 1946 bis 1986. Dadurch erhielten wir wertvolle wissenschaftliche Hinweise und erfuhren, dass die Planungen keineswegs nur eine kurzfristige Vision gewesen waren. Bis 1984 wurde insbesondere von Krefelder Seite an diesem Gedanken festgehalten.

Umso bemerkenswerter bleibt aus heutiger Sicht, dass eine solche grenzüberschreitende Verkehrs- und Infrastrukturidee von der NRW-Landespolitik keine erkennbare Unterstützung erhielt. Angesichts überlasteter Straßen und Schienen, wachsender europäischer Warenströme und der notwendigen Verlagerung von Güterverkehr auf die Wasserstraße stellt sich deshalb erneut die Frage: War die damalige Vision ihrer Zeit voraus – und wäre sie heute wieder einer ernsthaften Prüfung wert?

Diverses aus der Wissenschaft

 

Diverses aus der Wissenschaft etc.

IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) 08.08.2019 Hauptaussagen_SRCCL

Dr. Walther Föhl: Der Rhein-Maas-Schelde-Kanal – Eine geschichtliche Übersicht

ZfV_1956_Heft_4_Foehl-Rhein_Maas_Schelde_Kanal

RWTHAachen-Wirtschaftsgeographie: Seehafenvergleich Antwerpen, Hamburg, Rotterdam

Geographie-Seehafenvergleich-Antwerpen-Hamburg-Rotterdam

Vortrag: Planung und Bau des Seine-Schelde-Kanals- unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte in Frankreich und Belgien Planung Seine-Schelde-Kanal

Dr. Lina Schröder 18.10.2018: Das Wissen über Vergangenheit für das Heute nutzen NRZ Infrastrukturen

Öko-Institut e.V.: Braunkohleausstieg NRW: Welche Abbaumengen sind energiewirtschaftlich notwendig und klimapolitisch möglich? 2015-019-de_Öko_Institut_Braunkohle_final

Netzwerk Bergbaugeschädigter e.V.: Einflussbereiche der Grundwasserabsenkung (Stand ca. 2005) A3_Netzwerk_GW-Absenkung

Prof. Dr. Andreas Schumann Uni Bochum. Bypass am Niederrhein, Utopie? 13. Jul. 2004  Bypass am Niederrhein